04.02.2007 - 10:00
Liestal - Der Schreinermeister-Verband Baselland feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Mit einem speziellen Neujahrs-Apéro im verbandseigenen Ausbildungszentrum in Liestal zelebrierten die Baselbieter Schreinermeister den Auftakt zu ihrem Jubeljahr. Gleichzeitig stellte der Verband sein neu eingerichtetes CNC-Bearbeitungszentrum vor, mit dem der berufliche Nachwuchs seit Mitte Januar auf dem technologisch aktuellsten Stand ausgebildet werden kann.
Neben zahlreichen aktiven Verbandsmitgliedern nahm auch eine stattliche Schar prominenter Gäste am Neujahrs-Apéro des jubilierenden Schreinermeisterverbandes Baselland teil. So konnte Verbandspräsident Heinz Wahl im verbandseigenen Ausbildungszentrum u.a. die höchste Baselbieterin, Landratspräsidentin Elisabeth Schneider, Regierungspräsident Urs Wüthrich, Nationalrat Hans Rudolf Gysin, Landrat Jörg Krähenbühl und Andreas Schneider, Präsident der Wirtschaftskammer Baselland und Ehrenpräsident des jubilierenden Verbandes, begrüssen. Seitens des Schweizerischen Schreinermeister- und Möbelfabrikantenverbandes VSSM erwies Fabian Koch, Zentralausschuss-Mitglied, den Baselbieter Branchenkollegen die Reverenz.
Historischer Gründungstag
Am 17. März 1907 schlossen sich 40 Baselbieter Schreinermeister zu einem Verband zusammen. Die Gründungsversammlung fand in der Schützenstube in Liestal statt, just am selben Tag, an dem 1832 - also 75 Jahre früher - 46 Baselbieter Gemeinden beschlossen hatten, sich von der Stadt Basel zu trennen und einen selbständigen Kanton zu bilden.
Mit Stolz wies Verbandspräsident Heinz Wahl auf diese historische Verbindung hin. Die Gründung des Verbandes vor 100 Jahren war vor allem eine Reaktion auf eine zunehmend erstarkende Arbeiterschaft, wusste Wahl zu berichten. «Im Gegensatz zu den Arbeitern waren die Unternehmer damals in vielen Bereichen nicht oder nur mangelhaft organisiert.»
Längst haben sich die Fronten im Interesse aller Beteiligten entspannt und die Sozialpartnerschaft stellt auch für die Baselbieter Schreinermeister eine der wichtigsten Errungenschaften unseres Landes dar, betonte Heinz Wahl. Ausdrücklich rief der Verbandspräsident die anwesenden Politiker auf, für vernünftige Rahmenbedingungen zu sorgen.
Nach wie vor würden vor allem die KMU unter einer enormen Regelungsdichte leiden. «Unsere Wirtschaft braucht dringend weniger Bürokratie und dafür mehr Wertschöpfung», stellte Wahl fest. «Denn nur ein gesunder Mittelstand wird unsere sozialen Errungenschaften sichern können. Und nur eine florierende Wirtschaft wird Arbeitsplätze erhalten und neue schaffen können.»
Attraktives Jubiläumsprogramm
Zur Vorbereitung der verschiedenen Jubiläums-Aktivitäten wurde unter der Federführung von Peter Schüpbach rechtzeitig eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Im Verlauf des Jahres will der Verband u. a. im Rahmen einer Ausstellung der interessierten Öffentlichkeit den «Schreinerberuf einst und jetzt» näher bringen. Mitte August wird eine Jubiläumsschrift publiziert, welche die hundertjährige Verbandsgeschichte beleuchtet, gleichzeitig aber auch die Zukunft der Schreinerbranche aufzeigt.
Der Reigen der Jubiläumsaktivitäten wird schliesslich am 14. September mit einer festlichen Gala im Hotel Engel in Liestal würdig beschlossen. Während des ganzen Jubeljahres weht vor dem Ausbildungszentrum in Liestal, vor dem Haus der Wirtschaft und bei jedem Verbandsmitglied eine eigens angefertigte Jubiläumsfahne. Die Baselbieter Schreinermeister zeigen damit Flagge!
Berufsbildung gross geschrieben!
Das 100 Jahre-Jubiläum stellt für den Verband auch eine Verpflichtung dar, in die Zukunft zu investieren. Ab Mitte Januar 2007 finden im Ausbildungszentrum des Schreinermeisterverbandes Baselland überbetriebliche Ausbildungskurse an einer numerisch gesteuerten Werkzeugmaschine statt.
Dieses CNC-Bearbeitungszentrum mit mehreren CAD-Arbeitsplätzen wurde Ende 2006 eingerichtet. Damit verfügt der Verband laut Andreas Ditzler, Obmann Überbetriebliche Kurse, über modernste Einrichtungen, mit denen eine hauseigene Ausbildung im CNC-Bereich angeboten werden kann. Die neuen Anlagen, die ein umfassendes Kompetenzzentrum für die Holzverarbeitung bilden, sollen aber nicht nur für eine zukunftgerichtete Ausbildung von Lehrlingen, sondern auch für die gezielte Weiterbildung von bestandenen Berufsleuten eingesetzt werden.
Mit namhafter finanzieller Unterstützung des Bundes und vor allem auch des Kantons sowie mit mehr als 100'000 Franken aus eigenen Mitteln investierten die Baselbieter Schreinermeister damit ein weiteres Mal nachhaltig in die praktische Ausbildung ihres beruflichen Nachwuchses. Der hundert Jahre natürlich gewachsene Verband ist stolz, dass er zu Beginn seines Jubeljahres dieses wichtige Zeichen setzen konnte.
Schreinermeister-Verband Baselland
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